Matinee im Museum mit Klangkünstler Reinhard Köhler

08.11.2020
11:00

Die Fähigkeit, Brot zu schenken

Am Sonntag, den 8. November 2020, um 11 Uhr lädt das Museum Brot und Kunst zu einer weiteren literarisch-musikalischen Matinee ein.
Die künstlerische Betrachtung geht von zwei Gemälde aus der Sammlung des Museums Brot und Kunst aus: Frans Franken II und Pieter Brueghel der Jüngere malten, jeder auf seine Art, vor annähernd 400 Jahren „Die sieben Werke der Barmherzigkeit“. 320 Jahre später, in der Zeit nach dem 2. Weltkrieg, schildert Heinrich Böll in seiner Erzählung „Das Brot der frühen Jahre“, wie für einen jungen Mann diese Fähigkeit zum Maß wird, das er an die Menschen anlegt. Brot ist ihm zum Symbol geworden, zum Symbol für Selbstlosigkeit und Liebe, aber auch für Hartherzigkeit und Gleichgültigkeit, an dem er seine Mitmenschen misst. Das Erscheinen einer jungen Frau lässt ihn all dies mit neuen Augen sehen.
Reinhard Köhler schlägt den Bogen von Franken und Brueghel zu Heinrich Böll und lässt sich inspirieren von weiteren Werken moderner Kunst aus der Sammlung des Museums. Da tauchen dann Klänge auf, die durch Dieter Kriegs Gemälde „Brot“ (1992) oder durch Harald Kröners Neonröhrenarbeit „Leuchtendes Brot“ (2016) genauso inspiriert sind wie durch den Kleiekotzer aus dem Jahre 1800 oder die aus dem Jahr 1972 stammende Farbradierung Salvador Dalis mit dem Titel „Unser täglich Brot“.
Anders als in seinen bisherigen Matineen ordnet Köhler seine Puzzlestücke aber nicht systematisch den auslösenden Kunstwerken zu, sondern gruppiert sie zu einem Gesamtwerk, das Textauszüge aus Heinrich Bölls Erzählung in den Fokus rückt. Ihm zur Seite steht dabei Georg Daucher mit seinen selbstgebauten Musikinstrumenten; Thomas Hohnerlein spricht die Texte.

In der aktuellen Situation wird die Veranstaltung unter den erforderlichen Hygienemaßnahmen (mit Abstand und Maske) für max. 20 Personen angeboten.
Anmeldung erforderlich unter 0731 69955 oder per mail an info@museumbrotundkunst.de
Eintritt 8 Euro, ermäßigt 7 Euro