Expertendialog: Speicher

27.11.2019
18:30

Am Mittwoch, den 27. November 2019, um 18.30 Uhr wird Professor Markus Grob, Architekt und Co-Kurator der neuen Dauerausstellung, als Experte zum Thema Speicher zu Gast im Museum Brot und Kunst sein.

Getreidespeicher sind die ersten Bauten der Menschen, und bis heute werden sie gebaut. An der Veränderung ihrer Bauformen lässt sich die Geschichte der Verwaltungsformen und Logistiken, der Verhältnisse von Macht und Reichtum, der Lebensverhältnisse darstellen. Das Museum Brot und Kunst zeigt in seiner neuen Dauerausstellung fünf exemplarische Speicher, nachgebaut als Modelle im Maßstab 1 :100. Der älteste heute bekannte steht in Dhra' im heutigen Jordanien. Er wurde von Menschen gebaut, die noch keinen Ackerbau betrieben. Der zweite ist ein altägyptischer Speicher. Der dritte ist der Salzstadel (1595) selber, ein städtischer Getreidespeicher, in dem heute das Museum seinen Sitz hat. Der vierte, der Great Northern Elevator (1897), steht zwischen Eisenbahngleisen und einer Schiffsanlegestelle im Hafen von Buffalo steht. Und der fünfte ist der Speicherturm der Schapfenmühle (2005) bei Ulm, dessen weitherum sichtbaren Fotovoltaikplatten das alte Thema der Mühlenräder in eine zeitgemäße Form der Selbstdarstellung bringen.

Markus Grob stellt die Verbindungslinien und Bruchstellen zwischen den fünf Speicherbauten dar und beleuchtet die geografischen, gesellschaftlichen und ökonomischen Verhältnisse, die ihre Form geprägt haben. Wie wenig sie sich verändert haben, obwohl alles anders geworden ist, seitdem der erste gebaut wurde ist, ist ein überraschendes Ergebnis seiner architekturgeschichtlichen Recherche.

Eintritt 4 Euro, ermäßigt 3 Euro